Fehlende digitale Beschulungsmöglichkeiten für beeinträchtigte Kinder

Der Elternbund Hessen e. V. zeigt sich alarmiert über die geplanten Kürzungen beim Sozialindex an hessischen Schulen. Nach aktuellen Berechnungen sollen landesweit rund 300 Stellen aus der sozialindexbasierten Zuweisung entfallen. Diese Ressourcen sind gezielt für Schulen vorgesehen, die besonders viele Kinder mit erhöhtem Förderbedarf unterrichten.

Die Einschnitte würden damit genau jene Schulen treffen, die eine zentrale Rolle für Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe spielen.

Der Sozialindex dient dazu, Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen zusätzliche personelle Unterstützung zu ermöglichen – etwa für individuelle Förderung, Sprachbildung, Prävention von Lernrückständen und Unterstützung im Schulalltag.

„Wer beim Sozialindex kürzt, spart nicht irgendwo im System, sondern genau dort, wo Kinder am meisten Unterstützung brauchen. Das widerspricht dem Anspruch eines gerechten Bildungssystems“, erklärt Korhan Ekinci, Vorsitzender des Elternbundes Hessen e. V. „Wir fordern die Landesregierung auf, diese Kürzungen zu stoppen und stattdessen gezielt in Bildungsgerechtigkeit zu investieren.“

Besonders deutlich wird die Tragweite der Einschnitte in den Ballungsräumen: Allein im Raum Frankfurt würden nach den vorliegenden Berechnungen mehr als 60 Stellen wegfallen, in weiteren großen Regionen wie Wiesbaden oder Offenbach ebenfalls mehrere Dutzend.

Aus Sicht des Elternbundes drohen dadurch konkrete Folgen für Familien: weniger individuelle Förderung, größere Klassenbelastungen und eine wachsende Abhängigkeit von privater Unterstützung außerhalb der Schule.

„Bildung darf kein Spielball parteipolitischer Haushaltsdebatten werden. Es geht hier nicht um Zahlenkolonnen, sondern um die Zukunft von Kindern. Gerade Schulen mit großen sozialen Herausforderungen brauchen mehr Unterstützung – nicht weniger“, so Ekinci. „Diese Einsparungen werden zudem langfristige Folgen haben, die wir als Gesellschaft am Ende alle bezahlen müssen – sei es durch höhere Sozialkosten, weniger Fachkräfte oder geringere wirtschaftliche Entwicklung.“

Der Elternbund Hessen fordert daher eine klare bildungspolitische Kurskorrektur. Die sozialindexbasierte Stellenzuweisung müsse mindestens auf dem bisherigen Niveau gesichert und langfristig ausgebaut werden. Nur so könne gewährleistet werden, dass Herkunft nicht über Bildungschancen entscheidet.